Thomas Leon Heck

Ein furchtbarer oder ein fruchtbarer Irrtum? Meine beste Geschichte

Mediziner stehen an erster Stelle der Volksachtung. In meinem Laden interessierte sich ein Mediziner für Graphik moderner Klassiker. Er sah sich einen signierten Liebermann an und bat um Bedenkzeit. Wenige Tage später erschien er wieder, nahm aber vom Kauf des Liebermann-Blattes Abstand. Ich spürte sein ernsthaftes Interesse, so dass mir nichts auffiel, als er anschließend intensiv meinen Graphikständer durchblätterte. In einem der zahlreichen Überwachungsspiegel meines Ladens sah ich, wie... mehr⇢

wilhelm waiblinger

da ich soeben eine biographie des dichters wilhelm waiblinger hereinbekam: das einzige bekannte buch aus seiner bibliothek (identifizierbar an seiner unterschrift) war in meinem besitz und brachte mir sogar einen besuch des dt. literaturarchivs marbach ein.

kunsthandel

auch die lebenslange hoffnung auf den sechser im giotto

in orthographie bin ich ja ziemlich gut

(auch wenn mir manche meine kleinschreibung ankreiden), meine frau ebenso. wie entsetzt war sie, als ich ihr mal auf den einkaufszettel schrieb GRIES statt GRIEß. aber als antiquitätenhändler kenne ich in erster linie die antiken küchengefäße um 1900, wo man noch GRIES schrieb.

Quot servi, tot hostes (So viele Diener, so viele Feinde)

Als mir einmal mehrere Gemälde und Graphiken zum Kauf angeboten wurden, befand sich auf einem der Kunstwerke eine Widmung des Künstlers an eine bekannte Reutlinger Familie, zu der auch mein bester Kunde gehört. Ich fragte ihn bei unserem nächsten Telephonat beiläufig, ob die Sachen aus dem Nachlaß seiner Tante stammten. Er sagte, daß dies unmöglich sei, denn aus dem Nachlaß werde zur Zeit überhaupt noch nichts verkauft. Der Zufall wollte es, daß ich kurz darauf bestellt wurde, um den Nachlaß... mehr⇢

Einmal schaute sich ein Sammler meine Orden an

Als zwischen ihm und mir ein Kunde vorbeiging, steckte er blitzschnell einen Orden in die Tasche. Da ich damit im Voraus gerechnet hatte, sah ich immerhin noch, wie er seine Hand aus der Tasche zog. Ich stellte mich hinter ihn und zog ihm meinerseits mein Eigentum unbemerkt wieder heraus. Mein hier sichtbar werdendes Talent hätte genauso zu einem guten Detektiv getaugt wie zum gefürchteten Kriminellen. Manches Mal habe ich schon überlegt, ob ich die Seite wechsle. Denn schon früher beim Räuber... mehr⇢

Undank ist der Welt Lohn

Mein gefährlichster Einsatz bisher begann, als ein junger Mann ein Buch im Wert von 1500 DM zum Kauf anbot. Ich spürte, dass es gestohlen war, obwohl er behauptete, das Buch von seinem Opa bekommen zu haben. Raffiniert stellte ich ihm einen Scheck aus, den ich sofort sperren ließ. Als ich dann seine Großmutter anrief, fing sie zu weinen an und sagte, ihr Enkel sei ein gesuchter Einbrecher. Als dieser sich über die geplatzte Scheckeinlösung bei mir beschwerte, forderte ich ihn auf, mit... mehr⇢

im radio soll heute von BRÜCKENTAGSOPFERN die rede gewesen sein,

also menschen, die arbeiten müssen zwischen zwei feiertagen. diese vom bacardi-feeling animierte diffamierung von arbeit kotzt mich an, besonders heute, wo ich ALLEIN einen tresor aus dem zweiten stock hinuntergetragen habe. meine frau meint, er wiegt 400 kilo. ich schätze mal 100. nur beim reinhieven ins auto half mir jemand.

Zu meinen unglaublichsten Erfahrungen zählt die folgende

Auf einer meiner Kunstversteigerungen in Villingen kam mir nicht nur die Hoffnung abhanden, man könne dort mit einer Kunst- und Antiquitätenauktion erfolgreich sein, sondern auch ein barockes Buch mit alchemistischem Inhalt. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich den Verlust überhaupt bemerkte. Jedenfalls betrat ein Jahr später der Antiquitätenhändler F. meinen Laden im fast 100 km vom Tatort entfernten Tübingen und legte mir mein eigenes Buch zum Ankauf auf die Theke, das er auf einer Antikmesse... mehr⇢

*NEU* im Laden
landkarte brandenburg 18. jhdt., antike Bratsche, rechnungen (1 evtl eigenhändig von lechler signiert) der fa. von link⇢ rousseau "emile" (4 bde, 1781 londres, ill. v. moreau /delvaux in schönen geflammten ganzledereinbänden), stillleben mit sonnenblumen von Maria CASPAR-FILSER (1878-1968), rechnung d. jüd. fa. link⇢ aq. v. karl raiser (pfullingen): ansicht von weilheim mit hohenzollern, rechnung der jüd.... mehr⇢
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