Thomas Leon Heck

60 jahre BILD

Am sonntag hatte ich – wie millionen andere auch- die kostenlose jubiläumsausgabe der BILD im briefkasten, die ich aus diesem anlass auch wieder einmal las. Mein fazit: von höchster professionalität, aber irgendwie seelenlos: selbst das mitleid wirkt inszeniert, die witze sind genau kalkuliert. Schade, dass das tübinger TAGBLATT das jubiläum nicht zum anlass nahm, seine leserschaft zu eigenen erfahrungen mit BILD zu befragen. Auch ich könnte 3 mitteilen, insgesamt sehr ambivalente:

1985 nahm ich einen lehrer als dieb hoch und rief nach der aufwühlenden hausdurchsuchung mitten in der nacht anonym bei BILD an (damals gab es noch keine nummernanzeige): ich wollte erst mal nur wissen, ob das überhaupt eine story WÄRE. Der redakteur setzte mich sofort unter druck: „Wenn Sie mir nicht ross und reiter nennen, schicke ich ein dutzend kollegen nach tübingen, die finden innerhalb weniger stunden auch ohne Sie alles heraus.“ Und schon saß ich in der falle und plauderte. Die story kostete den lehrer seinen job und mich einige sympathien.
dass ich den nachlass von bundeskanzler kiesinger hatte, erfuhr BILD vom Schwäb. Tagblatt, dessen mitarbeiter sich mir nicht vorgestellt hatte. Doch erst die BILD-schlagzeile „Frau Kiesinger versilbert Geschenk des Papstes“ führte dazu, dass die kanzlerwitwe den kontakt zu mir abbrach.
dass ich je mit heidi klum in ein und demselben BILD-artikel stehen würde, hätte ich mir nie träumen lassen. Doch dass das model mir einen stich der alten burg klum bei ebay löschen ließ, griff BILD genüsslich halbseitig auf. Das führte dazu, dass das swr-fernsehen ein filmchen für die landesschau darüber drehte, das tags darauf in einem ARD-morgenmagazin bundesweit ausgestrahlt wurde. nun rief BILD-TV an und wollte auch was drehen. Da solche aufnahmen aber stunden lang dauern und mich wiederholungen schnell langweilen, verlangte ich 500€ für die sitzung, was man mir nicht zahlen wollte. Und nachdem sich meine PR-aktivitäten auf den raum zwischen stuttgart und bodensee beschränken, fand ich das nicht schlimm.

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