Thomas Leon Heck
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Ein dramatisches Leben, Sterben und Nachwirken

Der Maler und Lithograph Peter Busch wurde am 24.5.1813 in Bonn geboren. Er studierte in Düsseldorf an der Kunstakademie: „Schadow erteilt ihm das beste Lob.“ (A.W. Schlegel an Friedrich Tieck am 1.11.1830). 1841 nahm er sich in Stuttgart das Leben, kurz vor seinem Geburtstag. In seinem gedruckten Nachruf, 1841 verfasst von dem Malerkollegen Friedrich Müller (1801-89) und von Gustav Friedrich Nord (= Correck) wird er als Sohn des August Wilhelm Schlegel bezeichnet, der einer der führenden Köpfe der Deutschen Romantik ist. Der Dichter Lenau schließt sich dieser Meinung an, ebenso Teile der Presse und die Vermieterin des unglücklichen Künstlers, der lange krank war und meist in Geldnot. Schlegel hatte ihn um 1830 über Jahre finanziell und durch Empfehlungsschreiben gefördert (ihm z.B. die Unterstützung der Kurfürstin von Hessen-Kassel verschafft), später war das Verhältnis gestört, was den Maler nicht hinderte, im April 1841 einen letzten Bettelbrief an Schlegel zu schreiben. Als er von dort keine Hilfe bekam, nahm er sich am 19. Mai das Leben. Auf seinem Tisch fand man einen Abschiedsbrief an Schlegel, in dem er sich aber genauso wenig als dessen Sohn bezeichnet wie sonst. Diese Idee stammte von seinen Freunden, da sich der Verstorbene angeblich manchmal auf seine bedeutende Verwandtschaft berufen hatte. Dabei war er laut standesamtlichen Aufzeichnungen von Bonn ehelicher Sohn eines Strumpfwebers. Als Selbstmörder wäre er fast nach Tübingen in die Gerichtsmedizin verbracht worden zu Zwecken der Forschung, was aber seine Freunde verhinderten. So wurde er in Stuttgart begraben. Schlegel bewirkte einen öffentlichen Widerruf der Behauptung, er sei der Vater Buschs, so dass die Sache juristisch wohl geklärt ist. Die wuchernde Legendenbildung ist aber auch bemerkenswert und symptomatisch für die Romantik. Nord, einer der Verfasser des 1. Nachrufs, warf dem verstorbenen Freund in einem 1843 erschienenen weiteren Nachruf vor, sich und die Welt getäuscht zu haben, was vielleicht ungerecht ist. Busch ist verzeichnet in: AKL - dort werden als „Einzige nachw(eisbare) Werke“ nur 2 Porträts genannt, davon 1 Litho und 1 (Gemälde) von Schlegel (!), Busse, Nagler, Thieme-Becker u.a. Somit wäre mein signiertes Gemälde von 1840 das 2. nachweisbare Gemälde Buschs: ein Räuber (?) in Ketten wartet wohl auf seine Hinrichtung und zeigt sich einem Priester gegenüber verstockt. Wenn man die Sohnschaftstheorie für wahr hält, könnte man in dem Räuber eine Ähnlichkeit zu Schlegel erkennen. Busch war jedenfalls schwarzhaarig wie der Inhaftierte, dessen Verstocktheit gegenüber dem Priester eindeutig ist und die verzweifelte Lebenssituation des Malers widerspiegeln könnte. Da in der Literatur eine Illustration Buschs zu Uhlands Ballade „Des Sängers Fluch“ belegt ist, könnte es sich aber auch um eine weitere zu einem noch nicht identifizierten Gedicht oder gar einem historischen Ereignis handeln.

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