Thomas Leon Heck

autoren und ihre bücher

aus einem soeben erworbenen verlagsbestand bot ich

1. einem autor mehrere seiner bücher an, er wollte keines kaufen, seine tochter wollte sie nicht mal geschenkt. obwohl es in meinen augen z.t. sehr gute bücher sind. einem weiteren, der auch keines seiner bücher wollte, hätte ich am liebsten zweideutig geantwortet: "das verstehe ich ".

2. ein weiterer autor kaufte alle seine bücher zurück, ein anderer immerhin 50 exemplare (von 500 - ächz). ein dritter hatte schon mehrfach beim verlag nachgefragt, ob es noch exemplare gebe, was ihm jedesmal verneint worden war. er freute sich sehr, als ich ihm sein buch nun doch noch 25 x anbieten konnte.

3. einem autor bot ich sein erstlingswerk (in wikipedia aufgeführt) neuwertig ein paar hundert mal an für je 1€. er würde 5 davon nehmen! kopfschüttelnd nehme ich zur kenntnis, was manche autoren zu ihren büchern für ein verhältnis haben. der verleger soll dafür zahlen, ihnen selbst ist ihr buch nichts oder wenig wert.

da versteh ich autor nr. 4 besser als nr 3: nr 4 verzichtete auf die von ihm signierte vorzugsausgabe, nahm dafür aber die unsignierte mehrfach. die signatur ist ihm verständlicherweise kaum etwas wert, da er sie selbst ja jederzeit daruntersetzen kann, während dritten ein signiertes exemplar mehr wert sein sollte als ein unsigniertes.

5. der sohn eines autors wollte mir zwar alle bücher seines vaters abkaufen, ließ sich aber für seine entscheidung zu lange zeit, so dass die ware schon irgendwohin verschwunden und bei der ersten suche unauffindbar war.

6. dass ein über 90jähriger autor seine noch 500x hier vorhandene dissertation nur 2x will, kann sogar ich verstehen.

7. mein bislang bester kunde bei dieser aktion ist ein türkischstämmiger arzt, der in deutschland praktiziert und seinem vater dessen buch 500x zu weihnachten schenkte. wie angenehm war seine art, den preis zu drücken: er schrieb, dass er 100 expl. zu meinem preis nehmen würde oder 500 für die hälfte. da konnte ich es mir aussuchen, ohne das gesicht zu verlieren. wie anders ein deutscher professor. ihm bot ich seine bücher an, die ich ca 1000x da habe, gestaffelt je nach mengenabnahme zwischen 2,80€ und 9€. er schrieb von oben herab:"Ihre Preise sind nach meiner Erkenntnis ziemlich überhöht: Das Bändchen hat bei seinem Erscheinen unter 10 Mark gekostet." das war 1975 und damit vor bald 40 jahren! zum zeitpunkt seiner behauptung war das werk weltweit nirgends zu kaufen, so dass kein aktueller vergleichspreis zur verfügung stand. ein anderes buch desselben professors, das er anschließend suchte und das ich nun 7x fand, biete ich ihm gar nicht erst an. ich bin ja nicht christian wulff, der offenbar alles mitnimmt, was geht.

zusammengefasst: es ist mir in wenigen wochen gelungen, einige tausend bücher zu verkaufen und damit wohl mehr als der verlag selbst in jahren!

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