Thomas Leon Heck

fälschungen gehören im kunsthandel zum alltag.

einmal wurde mir eine münze gebracht mit dem bildnis kaiser neros und dessen korrekten lebensdaten: 37-68 (im 1. Jhdt nach christus). die frage an mich war, ob das stück echt antik sei. selten war ein fall eindeutiger zu beantworten, denn die christl. zeitrechnung wurde nicht schon in neros jhdt eingeführt und schon gar nicht ausgerechnet unter diesem christenverfolger.
Nun bheckam ich jüngst mehrere grieshaber-holzschnitte mit gefälschten signaturen angeboten, auf deren unechtheit ich den anbieter hinwies. Sie landeten trotzdem inzwischen anderswo im handel. 1 blatt erwarb ich in dem bewusstsein der unechtheit, nicht um jemanden damit zu betrügen, sondern als kuriosum. Schließlich gibt es ganze museen für fälschungen. Doch dass der fall 1 SO kurioses ergebnis haben würde, ahnte ich nicht: die ebenfalls gefälschte datierung lautet „1978“, dabei hat grieshaber den holzschnitt dazu erst 1980 hergestellt.
Ich kann daher nur die selbstsicherheit der kundschaft bestaunen, die kunst außerhalb des fachhandels einkauft.
https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Wenn-faelschendann-aber-richtig-504692.html

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