Thomas Leon Heck
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Besprechung des buchs von (prof dr) Ulrich Herrmann, Wilhelm Flitner 1889-1990 (…), 2021

Mitte 2021: gerade bekam ich teile der bibliothek von wf und seinem sohn andreas, meinem ehem. kunden. Da ich mir die widmung von ernst zinn zu herzen nahm, die er mir in sein lexikon der alten welt schrieb: „Willst du ins Unendliche schreiten, geh Schritt für Schritt nach allen Seiten“ (sinngemäß), erwarb ich die erst kurz davor erschienene o.a. biographie, um mich in den kosmos von wf zu vertiefen, an dem teilzuhaben ich nun die große ehre hatte. Es freute mich, wf im umkreis des verlegers eugen diederichs anzutreffen, zu dem auch mein lieblingskünstler ernst schneidler gehört. uh ist sicher ein geistreicher plauderer. Dürfte ich ihn zu 1 vortrag begrüßen, würde ich vlt sagen: „ich hab Ihnen 1 flasche laberwasser hingestellt“. Thematisch kann ich als nichtpädagoge natürlich nicht aktiv mithalten, außer evtl. zu s. 99, wo man auf die gründung der (ns-) „akademie für deutsches recht“ hinweisen könnte oder sollte. Erwähnenswert finde ich auch meine beobachtung, dass wf in den bezeichnungen seiner vorlesungen und seminare in hamburg in den 24 semestern während der ns-zeit in 16 semestern „deutsch“ oder „national“ verwendet, während das ab dem beginn des kriegs gegen die udssr unterbleibt. Problematisch finde ich s. 305, fn. 111, wo uh moniert „Die Urkunde“ (sc. für wfs 25jährige dienste) „hätte auf 20 Jahre lauten müssen“: „Die 25 Jahre ergeben sich aus einer Berechnung des Beginns des Besoldungsdienstalters auf den 20. August 1914, damit ihm bei der Berufung nach Hamburg eine hohe Besoldungsstufe gewährt werden konnte“! was wie mauschelei oder gar betrug klingt, ist aber evtl. beamtenrechtlich damals voll korrekt gewesen, da kriegsteilnehmer keinen schaden durch ihren militärdienst haben sollten. Da hat verf. seinem von ihm spürbar hoch geschätzten wf evtl 1 bärendienst erwiesen. Da bei mir gutgelaunte epikuräer wie uh im generalverdacht der oberflächlichkeit stehen, sah ich bes. genau hin. im gegensatz zu seinem hehren zitat „Verantwortung kann nur der Wissenschaftler … übernehmen… für die Richtigkeit … seiner wissenschaftlichen Aussagen in seinen Publikationen“ (s. 210) fand ich auf 170 blatt des buchs auf maximal 10-20% nichts zu beanstanden! Aber mit hunderten zitierfehlern (auf s. 177 sind 3 falsche zitate in 9 zeilen), falschen namensschreibungen (z.b. carl jacob burckhard ohne schluss-t. das weiß man doch, dass dieser name zu den tückischsten in puncto rechtschreibung gehört.), uneinheitlicher redaktioneller handhabung und anderen fehlern (wie Taufnahme) will ich meine leserschaft nicht langweilen. Daher hier nur die dicksten hämmer: 1. Laut u. herrmann (=uh) wurde wf 1957 emeritiert, wf selbst schreibt 1958. Uh hat hier die akten auf seiner seite, ich wf auf meiner. Immerhin wäre 1 hinweis zu wünschen gewesen, ob uh das problem bemerkt hat und warum er es so gelöst hat. 2. wfs habilitation fand nicht 1922 statt, sondern 1923. 3. Wf soll eduard spranger 1923 kennengelernt und 1922 „ein zweites Mal“ (s. 56) besucht haben. So 1 unsinn. 4. Bei der datierung des 1. Heftes der ztschr. „die erziehung“ (s. 58-60, ich hab das handexpl. wfs!) finden wir okt. 1925 oder 1925/26, während wf selbst (in GS 12,II, s. 943) vom 23.2.1925 spricht. Was nun? 5. War die umhabilitation nun „Sommer 1926“ (s. 86) oder „Januar 1927“ (s. 281)? 6. „Mitte 1930, nur zehn Jahre nach Inkrafttreten der Weimarer Verfassung“ heißt es auf s. 96. Korrheckt wären „11 Jahre“ ab dem 14.8.1919. Gut, auf historische daten kommt es ja nun wirklich nicht an beim tiefen blick in die großen geistigen zusammenhänge wie „Leistung ist nicht möglich ohne Gründlichkeit“ (s. 214). 7. S. 243: „Am 3. November 1953 … Hans Wenk, war derzeit Schulsenator“, laut fn. 2 (s. 324) war der dies erst ab 1954. 8. Laut s. 269f las wf im sommersemester 1926 gleichzeitig in kiel und jena, was bei der entfernung kaum glaubhaft erscheint. 9. „Die Fundamente der abendländischen Lebensformen sind die griechische Philosophie, das römische Recht und der christliche Glaube in der Form des Neuen Testaments“ (s. 181). Wg nr 3 rief ich meinen verehrten lehrer hartmut gese an, laut seinem damaligen assistenten und späteren nachfolger „der bedeutendste alttestamentler der welt“, und erfuhr, dass er diesen satz im blick auf das AT „unmööchlich“ findet und „nicht korrekt“. Nachdem ich uh auf die fehlerhaftigkeit seines buchs hingewiesen und meine korrektorentätigkeit angeboten hatte, bekam ich zur antwort: „Lieber Herr Heck, Sie bestätigen einmal mehr, dass ich selber keine Korrektur lesen kann und mich auf Helfer/innen verlassen muss. Ansonsten gilt, was ich schon sagte: Wer die Druckfehler findet, darf sie behalten. Genießen Sie den Frühsommer wünscht Ihnen bestens grüßend Ulrich Herrmann“. Vlt bin ich zu empfindlich, wenn ich daraus 1 gewisse überheblichkeit herauslese, denn ich fand keineswegs nur „Druckfehler“. Mein akad. lehrer moltmann war einst über die äußere form meiner seminararbeit so entsetzt, dass er mich vor die wahl stellte, entweder die note 3 zu akzeptieren oder bei sauberer neufassung die 1. Da schreibmaschinenschreiben nie mein ding war, beauftragte ich 1 also schreibbüro, zahlte dafür und bekam die 1. So etwas ähnliches würde ich uh hier auch empfehlen, wenn die rollen vergleichbar verteilt wären. nachtrag v. 24.2.2022: inzw. liegt mir 1 brief Herrmanns an inge jens vor, in dem er sich als "historiker" bezeichnet.

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