Thomas Leon Heck
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Zum tod von inge jens,

die ich, wie wohl viele, unterschätzt hatte. Woran vor allem ihr allgegenwärtiger mann walter schuld war. Sie gehört zu den prominenten unter meinen kunden, an denen ich nichts auszusetzen habe. 2015 las ich ihre autobiographie. nach einem prälatenhaft faden vorwort wird es mit ihren kriegserlebnissen interessant. Als angehörige der oberschicht stand sie dem regime unkritisch gegenüber und gab als kind sogar mal hitler die hand. (Ich besitze 1 brief ihres vaters, in dem er ihre „Beförderung“ lobt. Hierbei kann es sich nur um 1 höheren rang in der hitler-jugend gehandelt haben.) Das buch zeigt ihre entwicklung zu politischem denken an hand ihrer buchprojekte. 1949 kam sie nach TÜ, wo bei ihr im haus zufällig auch walter jens wohnte, den sie bald heiratete. Ihre 1. große wissenschaftliche aufgabe war die edition der briefe zwischen thomas mann und ernst bertram. (Aus bertrams bibliothek besaß ich die upanishaden mit den illustrationen meines lieblingskünstlers schneidler, die sich dank eines milliardärs nun in der kunstakademie stuttgart befinden.) Sehr viele der von inge jens genannten tübinger waren oder sind meine kunden (inge und christoph jens, karola bloch und ihr sohn jan, andreas flitner, von dem theologen karl adam habe ich einen teilnachlass versteigert, meine frau war bei eschenburgs tochter in der klasse. Peter bohley ist mein facebook-freund). zu herta däubler-gmelin, hans küng u.v.a. könnte ich anheckdötchen erzählen, so dass ich mich in dem geschilderten tübinger milieu oft wiederfand, zumal auch ich gern dem laster des name-droppings fröne. Für mich unerwartet das ergreifendste kapitel ist das über die demenz ihres mannes. Als ich von seiner angst las, kamen mir spontan die tränen. Bei einem impliziten anspruch der jensens als praeceptores germaniae sind ca 50 grammatik-, zitier-, druck- u.a. fehler in dem buch mehr als ärgerlich! Wenn inge jens von ernst meidner redet und ludwig meidner meint, zeigt das lediglich, dass sie in der welt der bildkunst wenig zuhause ist, aber wenn sie den unipräsidenten, der jahrezehntelang dienstherr ihres mannes war, mit einem s zu viel schreibt, ist das schon fast kränkend. Sie gab mir tel. zu, dass das peinlich sei. Auch die briefe von max kommerell gab sie heraus (von dem ich schon eigenhändiges hatte). am 20. Juli 2017 brachte ich inge jens zum lachen. ich fände es spannend, hatte ich gesagt, dass hitler in den verwandten eines tübingers verliebt gewesen sein soll (in rudolf hess als verwandten kommerells, dessen vater aus tü ist). in thomas manns tagebüchern 1946-48, hrsg. von inge jens, werden die schriftsteller ludwig Finckh und lulu von strauß und torney falsch geschrieben wurden (finkh bzw thorney). Selbst autoren, die glühende verehrer hitlers waren, haben in wissenschaftlichen editionen ein recht auf korrekte namensschreibung. In meinem streit mit boris palmer um dessen geiz, der sich anlässlich seiner gedenkrede auf walter jens offenbarte, zeigte sie für beide seiten verständnis https://www.thomasleonheck.de/... inge jens hielt in einem tübinger salon mal 1 vortrag über "Frau Thomas Mann", in dem ich einige jahre später über "herrn thomas leon heck" sprach

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