Thomas Leon Heck

dank an den literaten Peter Hodina, der zu 1 facebook-beitrag von mir schreibt:

"Das ist das Tolle bei Antiquaren. Dieser rege Verkehr zwischen, ich möchte fast sagen Gespenstern.
Normalerweise ruhen die Toten unter der Erde. Ist die Vergangenheit festverfrachtet innerhalb der Familien oder vom Einzelnen für sich gehegt, der seine Lebenserinnerungen vielleicht zur Niederschrift bringt.
Aber beim Antiquar lebt die Vergangenheit: wie auf einem von den anderen unbemerkten Geheimbahnhof fahren dort noch die alten Züge ein und aus. Es ist ein kleiner Hirnbezirk des gesellschaftlichen Gedächtnisses, in dem tiefnachts noch Licht ist. Es ist ein Ping Pong: Zufälle schießen ins Kraut. Eins gibt das andere. Die unwahrscheinlichsten Verbindungen stellen sich in Evidenz und blättern sich hin. Die Verknüpfungskunst wird zum Virtuosentum der historisch bewanderten Intuition, das Surplus der antiquarischen Begeisterungsintensität.
Im Unterschied zur methodisch schürfenden, bei einer Sache bleibenden Arbeit des Historikers ist hier der sich herbeispielende und bei Bibliotheksauflösungen hereinspülende Zufall Souverän, der auf einen bereits hochaufmerksamen, vorbereiteten, hellwachen wie zugleich träumerischen Menschen trifft. Sein innerer Ertrag ist hoch, der wirtschaftliche muss es nicht sein — oder muss es sein."

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