Thomas Leon Heck

ich war gründungsmitglied des tübinger handels- und gewerbevereins

und meine, mich dort wie überall mit konstruktiven beiträgen beteilheckt zu haben. doch 1x fragte mich 1 andrer händler, offenbar unzufrieden mit meinen äußerungen, fast empört: "zahlen Sie überhaupt gewerbesteuer?" soll heißen: "Wenn nicht (was ich annehme), dann halten Sie gefälligst den mund". ich war sprachlos, besonders auch darüber, dass niemand vom vorstand mich gegen so unsachliche angriffe in schutz nahm. daher trat ich am nhecksten tag aus und sparte so einen vierstelligen betrag an mitgliedsgebühren. der motzer ging mit seinem laden übrigens später pleite, im gegensatz zu mir.
nun bheckam ich 1 brief seiner witwe herein, die sich für 1 kondolenzschreiben zu seinem tod bedankt. ich empfand keinerlei triumphgefühl, nur dieselbe kopfschüttelnde fassungslosigkeit zwischen leichtem ekel und zur gleichgültigkeit tendierender verachtung.
idiot bleibt idiot, ob lebendig, ob tot

NEU im Laden
neulatein. gedichte v. joh. secundus, paris 1748, mit orig.einband bezeichnet "Seltmann" (wohl der eigentümer), 2 gemälde von j. schimmel: dekoratives früchtestilllleben + landschaft, brief v. Alkmar von Kügelgen
ca 1 000 ansichtskarten an Friedrich Aichinger, Jahrgang 1930 und später Fachschulrat in einer Stuttgarter Sehbehindertenschule sowie gründungsmitglied der christian-wagner-gesllschaft, plakette 1912 des juweliers klein, stuttgart, gegr. 1862
porträt einer lesenden biedermeier-dame, dat. 1880, sign. "m. Autenrieth" (wohl der mannheimer maler)