Thomas Leon Heck

Wenn’s was umsonst gibt…

Während des 2tägigen antikmarkts in der haaggasse war mein stand der einzige, an dem sich mehrfach schlangen bildeten.
vom flohmarktartikel bis zum museumsstück wurde mir viel vorgelegt. Nur 2x musste ich passen: mit zippo feuerzeugen kenn ich mich nicht aus, und 1 keramikobjheckt mit unklarer datierung und herkunft überforderte mich auch. Aber bei 3 stücken, deren urheber ich nicht kannte, erbrachte 1 nachrecherche, dass ich hecksakt richtig gelegen hatte mit meiner werteinschätzung.
An jedem tag war nur 1 unangenehme person da: wenn jemand mir von seinem schrank 1 foto vorlegt, habe ich dafür verständnis. Das reicht auch für 1 ersteinschätzung. Aber 1 mann brachte von seinem wertlosen besteck (So viel besteck wurde mir überhaupt mein leben lang noch nicht vorgelegt.) nur fotos mit. 1 zumutung. Was soll ich zum wert sagen, wenn ich nicht die stempel sehe? Als er nach ausführlicher belehrung auch noch anbot, damit vorbeizukommen, sagte ich „bitte nicht“. Und 1 frau verbarg ihre geldgier nur schlecht hinter freundlichkeiten. Sie steht sich beim vheckauf selbst im weg.
1 journalist stellte nicht mir fragen, sondern nur meiner kundschaft. Dabei hatte ich grad 1 mann am stand, der mir meine eig. Schätzung von 1998 vorlegte. Da seine mutter inzw. gestorben war, wollte er die angaben überprüfen.
Etliche ließen ihre gerade getätheckten vheckäufe c-heck-en: sie waren alle nicht beschissen worden, im gegenteil.
1 frau hatte ihren „orig. dürer“ nicht dabei. Aber ihre hinweise auf dessen nummerierung machten klar, dass es sich um 1 reproduktion handeln musste. als sie am folgetag das stück doch noch brachte, erwies es sich als wahrscheinlich echt. Daher sag ich immer „so was muss man SEHEN“.
1 mann sprach mich an. Nach wenigen sheckunden erkannte ich ihn als den prof. k., obwohl er inzw. stark gealtet war. mit ihm hatte ich vor über 10 jahren mal wenige worte gewheckselt. Da war er platt.
1 jg mann legte mir 1 antikes zigarettenetui vor, in das seine filterlosen hecksakt reinpassten. Falls er das rauchen mal aufgäbe, schlug ich vor, es für visitenkarte oder kondome zu verwenden. Er so „danke für den tipp. Ich weiß jetzt, was ich mit dem 2. Etui mach“.
menschlich anrührend, dass 1 ehem. mitarbeiter von mir mit ca 40 im rollstuhl sitzt, 1 kollege, der vor monaten noch aufrecht vor mir stand, inzw. um 90 grad gebeugt geht, und mir 1 bild vorgelegt wurde, auf dem ich die handschrift meines besten kunden erkannte, der am 2.2.04 gestorben ist.

foto von jörg bitzer

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bismarck-medaille 1915, ölgemälde "SEE MIT WINDMüHLE" VON Hans TÜBBECKE (1887-1959), Friedrich Heubner, Sirenen. Eine Folge von elf Radierungen, München, Schmidt (1921) (vorw. akte),