Thomas Leon Heck

hrch hipps ungewöhnlicher Wandel von einer Stütze zum Gegner des NS-Systems. ich hab 10 kisten akten aus seinem nachlass

Heinrich Hipp aus Gutenstein bei Sigmaringen, der nach interner Kritik am neuen Reichsjagdgesetz, an Bürokratie, Autarkiepolitik, Begünstigung der Großindustrie und Aufrüstung, aber auch an „Judenhetze“ und „Religionskampf“ in zwei sich von 1936 bis 1938 hinziehenden Verfahren aus der Partei ausgeschlossen und als Bürgermeister abgesetzt wurde.
Neuerliche, sich jetzt auch nach außen wendende Kritik, nunmehr auch an der „Niederknebelung der freien Meinungsäußerung“, der Kriegspolitik und dem mit Stalin geschlossenen „Russenpakt“ trug Hipp 1940 einen Heimtücke-Prozess vor dem Sondergericht Mannheim und eine eineinhalbjährige Gefängnisstrafe ein. Kritische Äußerungen in einer Gaststätte über den Russlandkrieg und die hohen deutschen Verluste brachten den einstigen „Alten Kämpfer“ am 19. September 1941 als „Schutzhäftling“ in das Konzentrationslager Dachau, wo Hipp am 15. Februar 1942 verstarb.
Bei diesem ungewöhnlichen Wandel von einer Stütze zum Gegner des NS-Systems spielten neben einer hellsichtigen Wahrnehmung von Abgründen und Schattenseiten der nationalsozialistischen Herrschaft unverkennbar auch persönliche Dispositionen wie eine rasche Erregbarkeit, gekränkte Eitelkeit, ein Hang zur Besserwisserei und querulatorische Neigungen eine wesentliche Rolle.

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