Thomas Leon Heck

nicht beherzigt

soeben bekam ich ein buch herein mit dem titel "Der heilige Josef als Vorbild". der pfarrer widmete es 1880 den eheleuten grom mit den Worten "Fleißig in dem Buche lesen!". 10 jahre später stand der ehemann wegen unterschlagung vor gericht.

signifikante duplizität

komme gerade aus einem handwerksbetrieb in dusslingen. am ende des gesprächs fragt die chefin: "was hat eigentlich ein gemälde von XY wert?", eines berühmten schwäbischen malers, etwa 100 km von hier wohnhaft. da dusslingen nicht gerade als kunstsinnig gilt und neulich schon mal ein handwerker bei mir war mit exakt derselben frage nach dem wert eines gemäldes desselben malers, machte mich diese duplizität stutzig. mein nachbohren ergab, dass beide frager bruder und schwester sind und die gemälde... mehr

ausnahmsweise nicht selbst erlebt

man wird bemerkt haben, dass ich vor allem selbsterlebtes poste. aber eine geschichte eines kunden von mir liebe ich sehr. er hat 5 kinder von 5 frauen. einmal fragte er in einer bank einen jungen kunden nach dem münzschalter. der weist ihm den weg. der ältere bedankt sich, dreht um, zögert dann und fragt den jungen mann: "bisch du mei junger?"

kolumbus war antiquar

bevor er amerika entdeckte!
ich darf also auch für mich noch auf höheres hoffen.

feilschen



Zu dieser musealen volkskundlichen handschrift für 65€ bekam ich folgende mail:
„Hallo, habe dieses Blatt nun schon einige Wochen auf Beobachten und außer mir scheint sich keiner zu interessieren dafür, also kurz und gut, ich würde ihnen ein Angebot in Höhe von 35,-€ machen wollen. Über ihre Zusage würde ich mich freuen. Freundliche Grüße“.
Ich antwortete: „Hallo. Ich habe den preis um den von Ihnen vorgeschlagenen betrag angepasst.
Über Ihren kauf nun würde ich mich freuen.
Freundliche... mehr

fundsachen in büchern

gerade gedruckter zettel: "Ich möchte gern mit Ihnen schlafen! Wenn Sie auch wollen brauchen Sie nichts zu sagen - Nur zu lächeln - Sie dürfen die Karte behalten".
gestern handschriftliche widmung: "Im Auftrag der Muttergottes".

einen autor "Fructuosus Hockenmaier" glaubt mir wohl auch niemand.

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt zum Reich Gottes (Lukas 9,62)

sagte ich zu einem kirchenbeamten, als der sich wehmütig in seine eigenen bücherkisten vertiefte, die er mir doch gerade gebracht hatte. er kannte dieses jesus-wort nicht.

da er gleichzeitig kritisch feststelllte, dass ich diesen monat hier unterdurchschnittlich wenig gepostet habe, hoffe ich, hiermit aufzuholen.

1 post habe ich übrigens auf kundenwunsch gelöscht, obwohl ich ihn für unproblematisch hielt.

Kaum zu ertragen

Vor jahren besaß ich das älteste bekannte porträt von goethes chef, dem herzog carl august von sachsen–weimar. Zum zweck des verkaufs besuchte ich weimar, das während der weimarer klassik DAS geistige zentrum deutschlands war: wieland, goethe, schiller, herder u.v.a. Nur wenige kilometer entfernt ist das KZ buchenwald. Allein die nähe zwischen dem wertvollsten und beschämendsten, was deutschland hervorgebracht hat, ist nicht zu begreifen und kaum zu ertragen.
In buchenwald entdeckte ich... mehr

Frustrierend

In einem soeben erschienenen buch HELDEN DER KUNSTAUKTION steht:
„Auktionen, Auktionatoren und Auktionshäuser kommen in der ernsthaften Belletristik selten vor.“
Das von mir verfasste buch „die auktion in der literatur“ führt den gegenbeweis, ist aber den au(ktiona)tor(inn)en offenbar unbekannt.

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